Der Stundenplan ist das Fundament deines Studios. Passt er, läuft alles: Kunden wissen, wann sie kommen, Kursleiter behalten den Überblick, und deine Reformer stehen nicht leer. Stimmt er nicht, beantwortest du Buchungsanfragen um 22 Uhr, kämpfst mit einem halbvollen Dienstagmorgen-Slot und verlierst den Überblick, wer noch Kursguthaben hat.
Dieser Leitfaden zeigt, wie du Planung praktisch angehst — von der Stundenplanstruktur bis zu den Ausnahmen, die neue Studios regelmäßig kalt erwischen.
Erst verstehen, was du planst
Pilates-Studios bieten mindestens drei verschiedene Kursformate an, die jeweils eine eigene Planungslogik haben. Sie alle gleich zu behandeln ist einer der häufigsten Anfängerfehler.
| Format | Kapazität | Planungslogik |
|---|---|---|
| Einzelstunde | 1 Kunde | Terminbasiert. Der Kunde bucht einen bestimmten Slot bei einem bestimmten Kursleiter. Das Gerät ist für diese Zeit reserviert. |
| Duett / Semi-privat | 2 Kunden | Beginnt als Einzeltermin; sobald der erste Kunde bucht, öffnet ein zweiter Platz. Erfordert Koordination zwischen zwei unabhängigen Zeitplänen. |
| Gruppenkurs | 3–12 Kunden | Feste Uhrzeit, feste Kapazität. Kunden buchen selbst bis zum Limit. Eine Warteliste übernimmt den Überlauf. |
Jedes Format braucht eine andere Slotstruktur, andere Kapazitätsregeln und ein anderes Stornierungsmanagement. Deine Buchungssoftware muss alle drei abbilden — ohne dass du jeden Typ manuell anders verwalten musst.
Stundenplan an der tatsächlichen Verfügbarkeit deiner Kunden ausrichten
Der häufigste Fehler beim Stundenplanentwurf: Kurse werden dann angeboten, wenn es dem Anbieter passt, nicht wenn die Kunden tatsächlich kommen können. Ein paar Grundsätze, die für die meisten Studios gelten:
- Früh morgens (6:30–8:30 Uhr) und früh abends (17:30–19:30 Uhr) sind die beliebtesten Zeiten für Berufstätige. Wenn du diese Zeiten dauerhaft besetzen kannst, fülle sie zuerst.
- Späte Vormittagsslots (9:30–11:30 Uhr) funktionieren gut für Eltern nach dem Schulbringen und Rentner. Unterschätze dieses Fenster nicht.
- Mittagskurse sind sinnvoll, wenn dein Studio in der Nähe von Bürogebäuden liegt. In Wohngebieten füllen sie sich selten gut.
- Samstagvormittage sind für Gruppenkurse beliebt — die Leute haben mehr Zeit und sind bereit, für eine Einheit zu fahren, nach der sie noch etwas unternehmen können.
Starte deinen Stundenplan schlank — drei oder vier Slots zu deinen Stoßzeiten — und baue die Kapazität aus, sobald du echte Belegungsdaten hast. Ein leeres Studio dienstags um 14 Uhr ist kein Planungsfehler; einen Kurs ohne Nachfrage hinzuzufügen dagegen schon.
Kapazität nach Geräten festlegen, nicht nach Raumgröße
Bei Reformer-Kursen wird die Kapazität durch das Equipment bestimmt, nicht durch den Raum. Wenn du sechs Reformer hast, ist dein Kurslimit sechs — egal wie viele Personen der Raum physisch fassen würde.
In der Praxis fahren die meisten Studios ein bis zwei unter dem Maximum. Ein Reformer-Kurs mit fünf Personen auf sechs Maschinen gibt jedem genug Platz, erleichtert dem Kursleiter die individuelle Betreuung und vermeidet das Gefühl der Enge. Baue diesen Puffer von Anfang an ein — es ist einfacher, später auf volle Kapazität aufzustocken, als Kunden zu enttäuschen, die gebuchten Platz erwartet haben.
Einzelstunden belegen das Gerät exklusiv. Wenn jemand um 10 Uhr einen Einzeltermin auf Reformer 3 hat, steht dieser Reformer nicht für ein Duett zur gleichen Zeit zur Verfügung. Deine Planungssoftware muss Geräte als Ressource kennen — nicht nur die Verfügbarkeit der Kursleiter.
Setze das Kurslimit in deiner Buchungssoftware standardmäßig auf Reformeranzahl minus eins oder zwei. Zusätzliche Buchungen kannst du für Kunden, die du gut kennst, manuell freigeben — der Puffer spart Kopfschmerzen.
Kunden selbst buchen lassen — aber nach deinen Regeln
Online-Selbstbuchung ist eine der wirkungsvollsten Änderungen, die ein Studio vornehmen kann. Wenn Kunden sonntagsabends um 23 Uhr deinen Stundenplan aufrufen und einen Platz buchen können, ohne dir eine Nachricht schicken zu müssen, entfällt das Hin-und-her, das Studio-Inhaber Abende kostet.
Wichtig ist, klare Regeln festzulegen, bevor du die Selbstbuchung öffnest:
- Buchungsfenster: Wie weit im Voraus können Kunden buchen? Zwei Wochen sind ein gängiger Standard. Zu kurz und Stammkunden können nicht planen. Zu lang und du erhältst spekulative Buchungen von Kunden, die kurzfristig absagen.
- Stornierungsfrist: Setze eine Frist — üblicherweise 12 oder 24 Stunden vor dem Kurs — nach der eine Stornierung als Nichterscheinen gilt und ein Guthaben abgezogen wird. Das schützt dein Einkommen und gibt Kunden den richtigen Anreiz, verlässlich zu sein.
- Guthabensystem: Wenn du Kurspakete verkaufst, konfiguriere dein System so, dass bei der Buchungsbestätigung automatisch ein Guthaben abgezogen wird — nicht beim Check-in. Das vereinfacht den Studio-Alltag und vermeidet das unangenehme "Du schuldest mir noch einen Kurs"-Gespräch.
Kunden akzeptieren Regeln, die ins System eingebaut sind, deutlich besser als solche, die mündlich kommuniziert werden. Wenn die App nicht zulässt, zwei Stunden vor dem Kurs ohne Guthabenverlust zu stornieren, argumentieren sie mit der Richtlinie — nicht mit dir. Das ist ein viel einfacheres Gespräch.
Stornierungen abfangen, bevor sie dich abfangen
Stornierungen sind unvermeidlich. Die Frage ist, ob dein System sie sauber verarbeitet oder bei jeder Stornierung Aufwand für dich erzeugt.
Für Gruppenkurse ist eine Warteliste der effektivste Puffer. Wenn ein Platz frei wird — durch Stornierung oder Kapazitätserweiterung — bekommt ihn die nächste Person auf der Warteliste angeboten, statt dass er leer bleibt. Eine gut konfigurierte Warteliste hält deine Kurse voll, ohne dass du manuell eingreifen musst.
Bei Einzelstunden und Duetten ist der Einsatz höher. Eine kurzfristige Stornierung ist eine Lücke im Kalender des Kursleiters, die sich kaum noch füllen lässt. Was hilft:
- Eine klare, konsequent angewendete Stornierungsrichtlinie, die von Anfang an kommuniziert wird — nicht erst nach dem ersten Vorfall
- Automatische Erinnerungen 24 Stunden (und optional 2 Stunden) vor dem Termin — Nichterscheinen sinken damit merklich
- Eine klare Unterscheidung im System zwischen rechtzeitiger Stornierung (Guthaben zurück) und verspäteter Stornierung oder Nichterscheinen (Guthaben weg)
Wiederkehrende Kurse vs. Einzeltermine
Die meisten Pilates-Studios führen beides: einen festen Wochenstundenplan für Gruppenkurse, ergänzt durch individuelle Einzeltermine, die flexibel eingepasst werden. Das richtige Verhältnis hängt von deinem Studio-Modell ab.
Bei hauptsächlich gruppenbasiertem Angebot — Reformer, Matte, Tower — funktioniert ein fester Wochenstundenplan gut. Kunden entwickeln eine Gewohnheit, die Auslastung wird planbarer, und Kursleiter-Stunden lassen sich verlässlicher einplanen.
Wenn Einzelstunden einen wesentlichen Teil deines Umsatzes ausmachen, brauchst du eine Software, die Termine flexibel neben dem festen Stundenplan abbildet. Kursleiter müssen ihren eigenen Kalender auf einen Blick sehen können — Gruppenkurse, Einzelstunden und Duette — ohne dass etwas durchs Raster fällt.
Buchungssoftware, die zum Pilates-Studio passt
Ein allgemeiner Kalender oder eine fitnessstudio-orientierte Buchungsplattform deckt die Grundlagen ab, stößt bei Pilates-Studios aber schnell an Grenzen:
- Einzelstunden, Duette und Gruppenkurse parallel in einem Stundenplan
- Kurspakete mit automatischem Guthabenabzug
- Wartelisten für volle Gruppenkurse
- Online-Buchung, die auf dem Smartphone wirklich funktioniert
Bobclass Studio Manager ist auf deiner Seite für all das: Stundenplan erstellen, Kursleiter-Verfügbarkeit festlegen, Kurstypen konfigurieren, Buchungsregeln setzen. Kunden buchen über deine Studio-Buchungsseite im Browser oder über Bobclass Go (iOS | Android). Wenn ein Kurs voll ist, übernimmt die Warteliste automatisch; wenn der Kursbeginn naht, erhalten Kunden eine Erinnerung, ohne dass du etwas tun musst. Du bekommst eine Push-Benachrichtigung, sobald eine Buchung eingeht. Beim Kurs selbst übernimmt Bobclass Check-in, Anwesenheit und automatischen Guthabenabzug — keine manuelle Nacharbeit. Das Studio-Manager läuft auf iPhone, iPad, Mac oder Android.
Bobclass ist kostenlos einzurichten und bleibt für Studios mit bis zu 25 Buchungen pro Monat dauerhaft kostenlos. Kein Testzeitraum, kein Ablaufdatum. Wenn du darüber hinauswächst, deckt die erste bezahlte Stufe bis zu 200 Buchungen im Monat ab.
Checkliste für neue Studios
Ob du einen Stundenplan von Grund auf aufbaust oder einen bestehenden überprüfst — das hier sind die wesentlichen Punkte:
- Alle Kursformate auflisten (Einzel, Duett, Gruppe) und sicherstellen, dass deine Buchungssoftware jedes davon unterstützt
- Kapazitätslimits nach Geräteanzahl festlegen, nicht nach Wunschvorstellung
- Buchungsfenster (wie weit im Voraus können Kunden buchen) und Stornierungsfrist definieren
- Automatische Erinnerungen einrichten — 24 Stunden vor dem Kurs als Minimum, 2 Stunden als zusätzliche Schicht
- Wartelisten für Gruppenkurse aktivieren, die wahrscheinlich voll werden
- Online-Selbstbuchung über deine Buchungsseite oder Client-App freischalten — und den Flow selbst testen, bevor du Kunden darauf schickst
- Stundenplan zunächst schlank starten und Slots basierend auf echter Nachfrage, nicht auf Optimismus, ausbauen
Ein Stundenplan ist nie fertig — er entwickelt sich mit deiner Kundschaft und der Verfügbarkeit deiner Kursleiter weiter. Ziel ist eine Struktur, die sich ohne große Verwirrung anpassen lässt, und eine Buchungssoftware, die die operativen Details übernimmt, damit du dich auf das Unterrichten konzentrieren kannst.